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Dankesrede zur Auszeichnung mit dem Premio Culturale

So wirklich haben wir es noch nicht begriffen, dass wir heute tatsächlich hier sind, um einen Preis entgegenzunehmen. Erst mit Erstaunen und dann mit großer Freude haben wir die Nachricht aufgenommen, dass wir Preisträger des premio culturale sind.

Denn dieser Preis bedeutet so vieles für uns:
Er bedeutet, dass sich alle Mühen der nunmehr 23 Jahre Onde heute in besonderer Weise auszahlen. Er bedeutet, dass es Menschen gibt, die unsere langjährige Arbeit verfolgen, die sie wertschätzen. Er bedeutet eine große Ehre für uns, die wir hier vor Ihnen stehen als Vertreter unseres Vereins:

Denn auch wenn wir heute als Redaktion unseres Magazins hier sind, um den premio culturale entgegenzunehmen, steckt hinter „Onde“ so viel mehr: Und zwar ein ganzer Verein aus jungen Menschen, die die italienische Kultur in Deutschland vertreten, sie pflegen und mit ihrer Arbeit ehren. „Onde“, das sind nicht nur wir als Redaktion, das ist ein Vorstand, das ist ein Vertrieb, ein Marketing-Team, das sind Menschen vor Ort, - vor allem an den Universitäten Passau und Bonn - die unsere Philosophie weitergeben. Als ehrenamtlicher Verein funktionieren wir wie ein kleines Unternehmen, und sind untereinander doch verbunden wie eine Familie, die bis heute knapp 80 Mitglieder zählt. Als deutsch-italienische Studenteninitiative mit Mitgliedern aus beiden Ländern haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Wellen – onde – bis nach Italien zu schlagen, und von Italien nach Deutschland.

Dass wir mit unserem Auftrag nicht alleine sind, ist – wie heute – immer wieder schön zu sehen. Und dass es eine junge Generation der Kulturvermittler zwischen Italien und Deutschland gibt, ist unerlässlich. Gerade in einer Zeit, in der Europa von Konflikten geprägt und von Meinungsverschiedenheiten zerrissen ist, sind wir uns der Wichtigkeit dieser Aufgabe besonders bewusst.

Der europäische Gedanke wird zurzeit beinahe täglich infrage gestellt; die Bedeutung von Kultur für einen funktionierenden Zusammenhalt wird zuletzt oft unterschätzt, gilt es doch so viele europäische und internationale Probleme zu lösen. Für uns heißt das: Einmal mehr treten wir für das ein, was wir machen und unterstreichen mit unserer Arbeit die bedeutende Rolle, die Kultur in unserer Gesellschaft haben muss. Denn kulturelle Vermittlung soll und darf nicht aussterben.

Und zwei Länder wie Deutschland und Italien brauchen diese Vermittlung, denn ihr Verhältnis ist trotz aller Freundschaft auch durch Vorurteile belastet: Man denke bloß an den „klassischen Deutschen“ am Gardasee oder den „klassischen Italiener“ auf dem Oktoberfest. Wir, Onde, wollen mit unseren Projekten diese Vorurteile abbauen und sind froh, mit der VDIG diese Leidenschaft zu teilen. Das Wochenende in Lübeck steht unter dem Motto „incontro dei contrasti“ – unser Ziel ist es, als deutsch-italienischer Verein diese Kontraste zu wahren und gleichzeitig Konflikte zu überwinden.

Wir hoffen, für Gleichgesinnte eine Anlaufstelle zu sein. Denn unsere Onde-Familie soll immer weiter wachsen.
Wir sind „Ondianer“, doch, und das darf man dabei nicht vergessen, wir sind auch Studenten, junge Berufstätige, die täglich ein bisschen Zeit in die Sache investieren, für die unser Herz schlägt. Wie oft haben wir als angehende Journalisten im Beruf mit Deadlines zu kämpfen, wie oft droht unsere onde neben all den beruflichen und privaten Verpflichtungen auf der Strecke zu bleiben. Umso stolzer sind wir jedes Mal, wenn wir wieder eine fertige Ausgabe unserer onde in den Händen halten. 44 Seiten Papier, und in jeder einzelnen steckt Teamwork, steckt Verantwortung, steckt Verbundenheit miteinander.

Für den premio culturale bedanken wir uns deshalb im Namen unseres ganzen Teams. Ein Team, das jedes Jahr ein großes italienisches Fest veranstaltet, das Workshops anbietet, italienische Filme zeigt und noch viel mehr. Der Preis ist eine Belohnung, und er ist Ansporn für unseren ganzen Verein: Nicht nur, so weiterzumachen wie bisher, sondern auch, uns weiterzuentwickeln, zu wachsen, uns neuen Herausforderungen zu stellen. Vielen Dank, dass Sie uns dazu ermutigen.